PRiMaT-Projekt

Projektbeschreibung

Die langfristige und nachhaltige Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Der Nachweis immer neuer potentieller Krankheitserreger oder Schadstoffe in Wasserressourcen, die zur Trink­wasser­gewinnung herangezogen werden, stellt die Wasserversorger seit einigen Jahren vor zunehmende Schwierigkeiten, denen sie derzeit nicht in allen Fällen in ange­messener Form begegnen können. Ein ganzheitliches Risikomanagement, welches un­ab­ding­bare Voraussetzung für eine sichere und qualitativ hochwertige Trinkwasserversorgung ist, die jederzeit das Vertrauen der Verbraucher genießt, fehlt vielfach. Grundlage für ein risikobasiertes und prozessorientiertes Management in der Trinkwasserversorgung ist bislang die Technische Mitteilung W 1001 des DVGW. In dieser Mitteilung wird die allgemeine Heran­gehensweise bei Fragen der Sicherheit im betrieblichen Alltag der Wasserversorgung be­han­delt. Konkrete Hilfen zum Management typischer Risiken, die aus dem Auftreten und dem Nachweis neuer Spurenstoffe und Krankheitserreger im Vorfeld der Wasserwerke resultieren, fehlen.

In PRiMaT soll ein nachhaltiges und risikobasiertes Gesamtkonzept zum Umgang mit Spurenstoffen und Krankheitserregern in der Trinkwasserversorgung erarbeitet werden. Das Konzept basiert auf den drei Themenschwerpunkten Risikoanalyse, Risikominderung und Risikokommunikation und wird unter enger Einbeziehung von Wasserversorgern und Ver­brauchern erstellt.

Projektziele

Die wichtigsten wissenschaftlich-technischen Ziele des Verbundprojekts sind:

Risikoanalyse

  • Entwicklung und Test eines datenbankbasierten Bewertungssystems zur spezifischen Gefährdungsanalyse für Wassereinzugsgebiete
  • Entwicklung und Validierung molekularbiologischer Nachweismethoden für neuartige Krankheitserreger („emerging pathogens“)
  • Entwicklung, Optimierung und Validierung von Testverfahren im Labormaßstab zur Vorhersage des Verhaltens von Spurenstoffen und von Nanopartikeln bei verschiedenen Verfahren der Trinkwasseraufbereitung
  • (oxidative Verfahren, Membranverfahren, technisch aerobe Filtrationsverfahren, natürliche aerobe und anaerobe Filtrationsverfahren)
  • Entwicklung von Labormethoden zur Prüfung der Wirksamkeit verschiedener Desinfektionsmittel bei Krankheitserregern
  • Entwicklung eines online-Spektrometers zur kontinuierlichen Verfolgung von Desinfektionsmittelrestgehalten
  • Weiterentwicklung von Bewertungskriterien für die Trinkwasserrelevanz von Spurenstoffen
  • Beurteilung der Rohwassergängigkeit von Spurenstoffen anhand intrinsischer Stoffeigenschaften
  • Entwicklung von Beurteilungsgrundsätzen und Konzepten für Untersuchungsprogramme für Wasserversorger

Risikominderung

  • Erarbeitung technisch-organisatorischer Maßnahmen für das Risikomanagement von Wasserversorgern
  • Beurteilung technischer Maßnahmen hinsichtlich ihrer Implementierung in der Wasserwerkspraxis
  • Entwicklung eines innovativen und energieeffizienten elektrokatalytischen Oxidationsverfahrens zur Eliminierung von Schadstoffen und Krankheitserregern
  • Gezielte Stimulation des biologischen Abbaus bei der Bodenpassage zur weitergehenden Entfernung von Schadstoffen und von Transformationsprodukten aus den oxidativen Aufbereitungsverfahren („nebenproduktfreie“ Aufbereitung)
  • Identifizierung und humantoxikologische Bewertung von Transformationsprodukten und Metaboliten
  • Erarbeitung einer Testbatterie zur humantoxikologischen Bewertung von Transformationsprodukten
  • Einsatz der Elektrodialyse zur selektiven Entfernung von Spurenstoffen aus Rohwässern und Konzentraten von Membran-Anlagen
  • Test von neuartigen Adsorptionsmaterialien zur Entfernung von Spurenstoffen in der Trinkwasseraufbereitung
  • Kosten-Nutzen-Analyse technischer Maßnahmen zur Entfernung von Spurenstoffen und Krankheitserregern bei der Trinkwasseraufbereitung
  • Ableitung präventiver wasserwirtschaftlicher Emissionsminderungsmaßnahmen

Risikokommunikation

  • Erarbeitung einer disziplinübergreifenden Gesamtstrategie für die Kommunikation von Wasserversorgern in Bezug auf das Vorkommen von Spurenstoffen und Krankheitserregern in Roh- und Trinkwässern >>> mehr
  • Erstellung eines Internetportals zur Kommunikation zwischen Wasserversorgern und Verbrauchern
  • Entwicklung von Bildungsmaßnahmen für einen ausgewogenen und gesellschaftlich akzeptierten Umgang mit Risiken im Kontext des Wassers
  • Erarbeitung einer Konzeption für eine exemplarische Vertiefung im Universitäts- und Schulbereich
  • Erstellung von Konzepten für eine verbraucherorientierte Risikokommunikation

Aktuelles

28.01.2015

Abschlussveranstaltung zum BMBF-Verbundvorhaben PRiMaT am Techno­logie­zentrum Wasser in Karlsruhe

10./11.02.2015

Abschlussveranstaltung der BMBF-Fördermaßnahme RiSKWa in Berlin

März 2015

PRiMaT-Leitfaden zur Risiko- und Krisenkommunikation in der Trinkwasserversorgung (Pdf, 1,8 MB)

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